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Warum Lootboxen (bz. die Mechaniken) NICHT verboten werden sollten.


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#1 09.02.2018 08:42 Uhr

ByteMe
ByteMe

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Ich starte hier mal eine Diskussion zu einem eher kontroverserem Thema, in der Hoffnung, dass es noch ein paar Leute gibt, mit denen man vernünftig darüber reden kann.

 

Nachdem ja nun mehrere Länder Europas prüfen, ob Lootboxen (bzw. die zugrundeliegenden Mechaniken) Glücksspiel sind und verboten werden sollten, kocht das Thema an vielen Stellen wieder hoch und spaltet die Community. Die einen sagen "ja, muss verboten werden", die anderen sagen "nein".

 

Dabei ist mir allerdings eine Sache aufgefallen: Kaum jemand scheint sich mal überlegt zu haben, dass ein komplettes Verbot auch Konsequenzen hat. Und die KÖNNEN am Ende weitreichender ausfallen, als der ein oder andere denkt.

 

Um das mal an einer Zahl und einem Beispiel zu verdeutlichen: 650 Millionen

So viel hat EA 2015 allein mit den Packs in FUT verdient, die ja auch nach solchen Mechaniken funktionieren und damit auch von einem Verbot betroffen wären. Und selbst wenn die Länder in denen ein Verbot beschlossen werden würde, am ende nur 10% davon ausmachen würden, wären das noch immer 65 Millionen.

Denkt man jetzt nur mal ein wenig weiter (andere EA-Spiele nutzen die Mechaniken auch), wird ziemlich schnell klar, dass der Verlust für EA mindestens einen dreistelliger Millionenbetrag ausmacht.
Was glaubt ihr? Nimmt EA, in gewinnorientierter Konzern solche Verluste einfach so in Kauf? NIEMALS!

 

Man wird also versuchen die Verluste zu kompensieren. Das kann zu diversen Folgen führen. Die Spielepreise könnten steigen, Spiele könnten z.B. in "Einzelteilen" veröffentlicht werden (dann muss man z.B. Liga-Lizenzen in FIFA zukünftig als DLC nachkaufen) ... oder es kommt ganz schlimm und entsprechende Spiele werden in Deutschland gar nicht mehr verkauft und man muss importieren (zwar eher unwahrscheinlich, aber möglich). Das letzte wäre wohl auch eher ein worst-Case-Szenario. Das würde dem Handel (vor allem dem Einzelhandel), der Gaming-Wirtschaft und der Branche an sich unglaublichen Schaden zufügen. Mal ganz abgesehen von den Gamern, die dann auf teurere Importe zurückgreifen müssten.

 

Aber das ist noch nicht alles.
 

Das Lootboxen mit Items, die das Gameplay beeinflussen, nicht das geringste in Spielen verloren haben, dürfte soweit jeder verstehen und der selben Meinung sein.

Lootboxen die aber nur kosmetische Items enthalten, sind vollkommen vertretbar.

 

Der ein oder andere fragt sich jetzt vielleicht wo der Unterschied zwischen beiden liegt und warum eines vertretbar ist und das andere nicht, da doch beide nach den selben Grundmechaniken funktionieren. Ganz einfach: Die entstehende Drucksituation.

Bei Lootboxen mit Gameplay beeinflussenden Inhalten entsteht für den Spieler eine Drucksituation. So etwa nach dem Motto "Wenn du nicht weiter das Kanonenfutter sein willst, musst du investieren". Es entsteht also eine Art Zwang und der Spieler wird in die Ecke gedrängt. Will er Spaß haben und halbwegs gut voran kommen, muss er blechen.

Bei kosmetischen Inhalten gibt es diese Drucksituation nicht. Hier ist es allein die Entscheidung des Spielers, ob er jetzt unbedingt Geld ausgeben "muss" weil er vielleicht einen bestimmten Skin haben will. Da es das Gameplay nicht beeinflusst, macht sich der Spieler maximal selbst den Druck. Das Spiel allerdings drängt ihn nicht in die Ecke und "zwingt" ihn nicht zu einer Entscheidung.

 

Und da in Deutschland noch immer jeder das Recht hat seine eigenen Entscheidungen zu treffen, würde ein komplettes Verbot auch dieses Recht nehmen. Ich möchte mich aber als Spieler selbst entscheiden können, ob ich bereit bin freiwillig etwas auszugeben.

Anmerkung: Menschen die in dieser Sache empfänglich sind und zu Suchtverhalten neigen muss man hier natürlich zusätzlich berücksichtigen. bei denen ist diese Entscheidungsfreiheit auch eher mit Vorsicht zu sehen. Deswegen muss auch hier ein wenig differenziert werden und mit Kontrollmechanismen dafür gesorgt werden, dass solche Betroffenen quasi vor sich selbst geschützt werden.

 

Und um das Argument direkt zu entkräften: Bei Gameplay beeinflussenden Inhalten ist die freie Entscheidung NICHT vollumfänglich vorhanden. Die bereits angesprochene Drucksituation beeinflusst die freie Entscheidung zugunsten des Anbieters der Lootboxen. Meist sogar ohne das wir es merken. Und bei Suchtgefährdeten ist dieser Effekt sogar noch um einiges verstärkt.

 

In dieser Sache wäre ein Verbot also eher kontraproduktiv.

Sinnvoller wären klare Vorgaben für die Verwendung solcher Systeme.

 

Z.B:

- Ausnahmslose Einstufung ALLER Spiele mit entsprechenden Mechaniken ab 18 Jahre.

- Deutliche Warnhinweise auf den Verpackungen.

- Kauf-Obergrenzen. Entweder maximal X Boxen in Zeitraum Y, oder einen Maximalbetrag X in Zeitraum Y.

 

Oder auch Kompromisslösungen.

So das z.B. ein oder zwei bestimmte Items beim Kauf garantiert werden und ein paar weitere zufällig generiert werden. So haben alle was davon. Man kann gezielt investieren und hat den ganz netten Überraschungseffekt trotzdem noch.

 

 

Das waren jetzt mal nur ein paar meiner Gedanken zu dem Thema

Bin auf Eure gespannt :)


Bearbeitet von ByteMe, 09.02.2018 08:51 Uhr.

  • DerBabbler und Sithas gefällt das

Vor jedem Döner ein Gebet!

Danke Gott für der Gerät!

 

 

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