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The Order: 1886 - Review


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7 Antworten in diesem Thema

#1 07.03.2015 22:08 Uhr

D00m_2k7
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The Order: 1886

 

Was haben Ready at Dawn und Sony Computer Entertainment uns die letzten Monate den Mund wässrig gemacht… The Order: 1886 sollte, als einer der ersten großen Exklusivtitel auf der PlayStation 4, die Konsolenwelt in seinen Grundfesten erschüttern und ein neues Zeitalter einläuten.
Doch was bleibt nach Abzug der massiven Marketingkampagne und der bestechenden Optik über?

 

Als Sir Grayson Galahad seid ihr einer der Ordensritter der Tafelrunde im London des späten 19. Jahrhunderts. Eine weltweit agierende Rebellion droht außer Kontrolle zu geraten und ihr, und eine kleine Gruppe auserwählter Elitekämpfer, seid im Stande dieser Einhalt zu gebieten. Doch die Rebellion ist nur ein Teil eines großen Ganzen und die Wurzel des Problems reicht weitaus tiefer als zunächst vermutet.

Die gesamte Geschichte wird spannend erzählt und filmreif inszeniert, allerdings wird sich dabei allerhand Klischees bedient, die man irgendwann schon mal irgendwo gehört hat. Aber der Spannungsbogen ist von der ersten bis zur letzten Minute vorhanden; und so sollte es doch eigentlich sein. Gerade das Ende des Titels, und ein darin vorkommender Monolog, geben einem schon zu denken und enthalten viel Wahres.

 

theorder1886_bild_04.jpg

 

Um diese Story allerdings gezielt und konsequent erzählen zu können, waren bei The Order: 1886 eine Menge Quick Time Events (QTE) nötig. Diese haben allerdings keinerlei Auswirkungen auf die Geschichte und dienen einfach dazu euch während den langen, aber überaus interessanten und gut gemachten Videosequenzen bei Laune zu halten. Die Hassliebe zwischen Gamer und QTE findet also ein weiteres Kapitel.
Am besten man lässt sie einfach weg und macht eine komplette Videosequenz daraus, dann hat auch keiner mehr was zu meckern. Oder doch nicht?

Wenn man über diese offensichtliche Spielmechanik hinwegsieht, erwartet einen ein durchaus solider Third-Person-Shooter mit Deckungssystem in extrem geradlinigen Levels. Das bietet allerdings folgenden Vorteil: Man kann der Story ohne Probleme folgen und wird nicht durch unnötige Nebenmissionen oder eine frei erkundbare Welt abgelenkt. Keine Frage, “Open World” ist eine coole Sache – wenn sie richtig gemacht wird – aber oftmals verlieren wir uns in dieser Welt; im positiven, wie im negativen Sinne.
Negativ fällt bei The Order: 1886 vor allem das Szenenrecycling in drei Schlüsselstellen des Spiels auf. Es ist zwar keine 1:1-Kopie, aber dennoch sehr auffällig und ärgerlich; gerade wenn man den Gesamtaufwand im Spieldesign betrachtet.

 

theorder1886_bild_05.jpg

 

Hier punktet The Order: 1886 mit fantastischem Art-Design! Im viktorianisch angehauchten London entsteht eine glaubwürdige Welt mit einer sehr dichten und beklemmenden Atmosphäre. Die Mischung aus einem Land im industriellem Aufschwung und moderneren Steampunk-Elementen ist einfach fantastisch anzusehen und fühlt sich absolut authentisch an. Es reiht sich Detail an Detail und jeder Backstein ist bis zum letzten Körnchen durchgerendert, was zu einem absolut stimmigen Gesamtbild beiträgt. Selbst die (verhassten) 21:9-Ratio-Balken passen hier irgendwie zum Spiel; ganz anders als bei The Evil Within. Es wirkt einfach wie aus einem Guss, wenn sich Gameplay mit Videosequenz abwechselt und man in den Bann der Bilder gezogen wird.

Dazu tragen auch der tolle Soundtrack und die gelungenen Soundeffekte bei, denen hin und wieder ein wenig mehr “Wumms!” gut getan hätte. Die exzellente englische und auch sehr gelungene deutsche Sprachausgabe verstärken das Film-Feeling umso mehr.
The Order: 1886 ist eine rundum gelungene Sache im audiovisuellen Bereich!

 

theorder1886_bild_01.jpg

 

Umso trauriger ist allerdings die Tatsache das es schnell vorbei ist. Die Kampagne umfasst 6 bis 8 Stunden Spielzeit und bietet im Grunde keinerlei Wiederspielwert; wenn man kein Trophäenjäger ist. Es ist auch möglich den Titel in unter 5 Stunden zu beenden.

Ich persönlich sehe es im Fall von The Order: 1886 eher als eine halbwegs positive Sache, weil es oftmals Spiele mit mehr Umfang gibt, welche aber nach der Hälfte der Zeit schon zu lang erscheinen und zu viel “Füllmaterial” bieten. Für Far Cry 4 habe ich beispielsweise über 30 Stunden gebraucht, aber nach den ersten 8 Stunden hatte ich eigentlich schon keine richtige Lust mehr.

 

theorder1886_bild_03.jpg

 

Fazit

 

Tja, was soll ich dazu noch schreiben? Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß mit The Order: 1886 und wurde sehr gut unterhalten! Darauf kommt’s doch im Endeffekt an, oder!?
Zusammenfassend kann man sagen: The Order: 1886 ist ein guter spielbarer Film geworden, aber als Spiel eher durchschnittlich. Es wurden viele Ideen unverbraucht auf dem Weg liegen gelassen. Ist es den Vollpreis wert? Jain. Es kommt hier sehr stark auf euren persönlichen Geschmack und Geldbeutel an. Eine Chance hat das Spiel auf jeden Fall verdient.

The Order: 1886 ist ab sofort exklusiv für PlayStation 4 erhältlich!

 

The Good

  • der neue Gipfel in Sachen "Konsolengrafik"
  • handwerklich absolut sauber programmiert
  • interessante Story, trotz diverser Klischees
  • filmreife Inszenierung und fantastisches Art-Design

The Bad

  • QTE-Overkill!
  • uninspiriertes, zu simples Gameplay
  • Gameplay-Videosequenzen-Balance
  • Gesamtumfang zu gering für einen Vollpreistitel

Score:

 

7 / 10

 

- - - -
 
Link zum Original auf GamesCrowd.com: http://gamescrowd.co.../the-order-1886


#2 12.03.2015 13:04 Uhr

theHitman34
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Habe zu The Order nun schon einige Reviews gelesen und gesehen (kaufen werde ich es trotzdem nicht) weil es interessant ist wie weit oft die Meinungen hier auseinander gehen. Du findest hier einen guten Mittelweg, springst nicht auf die vielen anderen mit drauf und übst nur Kritik und watscht den Titel ab. Trotzdem sagst du wo die Schwächen liegen und was man sich einstellen sollte.

 

Mich würde noch interessieren wie du bei deinem Score wertest, gibst du immer volle Punkte oder gehst du in 0,5 Schritten?

Zu den Bildern, immer passend gewählt welche einen guten Eindruck vermitteln. Machst du diese selbst?


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#3 12.03.2015 20:39 Uhr

Haku
Haku

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So, jetzt auch endlich durchgelesen :D

 

Kurz und knackig auf den Punkt gebracht. Für meinen Geschmack hättest du noch etwas mehr auf die Geschichte selbst eingehen können, da The Order immerhin recht viel Wert darauf legt, du behandelst es im Grunde nur mit einem Absatz. Zwar weiß ich dann, dass sie spannend ist, doch ist das im Großen und Ganzen auch schon alles. The Order will sehr filmisch sein, da sollte meiner Meinung nach zusätzlicher Wert auf die Geschichte gelegt werden.

 

Sonst wie gesagt kurz gehalten, was keineswegs schlecht ist und das Review selbst ist ebenfalls sehr gut. Die anderen Punkte kann man bei The Order immerhin schnell abarbeiten. Wie du erwähnt hast, wurden viele Ideen liegen gelassen. Da hoffe ich umso mehr, dass man diese bei der Fortsetzung besser aufgreift ^^

 

Was sagst du denn eigentlich zum Ende?


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#4 13.03.2015 00:03 Uhr

D00m_2k7
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Habe zu The Order nun schon einige Reviews gelesen und gesehen (kaufen werde ich es trotzdem nicht) weil es interessant ist wie weit oft die Meinungen hier auseinander gehen. Du findest hier einen guten Mittelweg, springst nicht auf die vielen anderen mit drauf und übst nur Kritik und watscht den Titel ab. Trotzdem sagst du wo die Schwächen liegen und was man sich einstellen sollte.

Wie sich das für 'ne objektive Review gehört, oder? ;)

Seien wir doch mal ehrlich...
Warum sollte ich auf 'nem Titel rumhacken der Spaß macht, nur weil 90% die gleiche "Meinung" vertreten? Im Grunde wissen wir nämlich alle das es sich bei den 90% eh oftmals um Leute handelt die alles nachlabern, weil sie sich selbst keine eigene Meinung bilden können/möchten oder es einfach cool finden ohne Sinn und Verstand, fernab von irgendwelchen logischen Argumenten, Dinge schlecht zu reden. Subjektivität bringt bei Reviews gar nichts!
Bestes Beispiel: Ich mag z. B. kein Call of Duty (mehr), aber habe trotzdem vor einigen Jahren sachliche Reviews zu den letzten beiden Modern Warfare Teilen geschrieben.
Man muss halt seinen persönlichen Geschmack auch mal zurückstellen können...

 

Mich würde noch interessieren wie du bei deinem Score wertest, gibst du immer volle Punkte oder gehst du in 0,5 Schritten?

Ich gebe immer volle Punkte von 0 bis 10, weil Abstufungen in meinen Augen keinen Sinn ergeben. Wir alle haben in der Schule gelernt, dass man von 0 bis 4 abrundet und von 5 bis 9 aufrundet. Wenn ich also 'ne 6,5 gebe, dann könnte ich auch direkt eine 7 geben.
Vor der Endwertung gewichte ich die "Good vs. Bad"-Wertung und entscheide mich dann, welche der beiden Seiten überwiegt; und so kommt's dann halt entweder zur höheren oder niedrigeren Wertung.

 

Zu den Bildern, immer passend gewählt welche einen guten Eindruck vermitteln. Machst du diese selbst?

Ich habe Zugriff auf die offiziellen PlayStation Presse-Server und benutze deren Assets, weil das so gewünscht wird. Das gilt im Übrigen nicht nur für Sony, sondern auch 2K, NIS America, Ubisoft etc..
Selten benutze ich auch mal eigene Screenshots, ja. :)

 

Kurz und knackig auf den Punkt gebracht. Für meinen Geschmack hättest du noch etwas mehr auf die Geschichte selbst eingehen können, da The Order immerhin recht viel Wert darauf legt, du behandelst es im Grunde nur mit einem Absatz. Zwar weiß ich dann, dass sie spannend ist, doch ist das im Großen und Ganzen auch schon alles. The Order will sehr filmisch sein, da sollte meiner Meinung nach zusätzlicher Wert auf die Geschichte gelegt werden.

Okay, die Erklärung dazu ist eigentlich ziemlich simpel.
Ich hasse Spoiler! Deshalb möchte ich potentiellen Käufern nicht den Spaß an der Geschichte eines Spiels nehmen, nur weil ich aus dem Nähkästchen geplaudert habe.
Ich denke mal das verstehst du/ihr sicher, oder? :)

 

Sonst wie gesagt kurz gehalten, was keineswegs schlecht ist und das Review selbst ist ebenfalls sehr gut. Die anderen Punkte kann man bei The Order immerhin schnell abarbeiten. Wie du erwähnt hast, wurden viele Ideen liegen gelassen. Da hoffe ich umso mehr, dass man diese bei der Fortsetzung besser aufgreift ^^

Danke. :)
Ja, darauf hoffe ich auch. Es ist ja mittlerweile gang und gäbe sich in der Spiele- und Filmindustrie immer ein Hintertürchen (oder oftmals besser gesagt: "Hintertor") aufzuhalten, daher war mir im Grunde schon vor Release klar, dass dieser Titel kein Einzelstück bleiben wird.

 

Was sagst du denn eigentlich zum Ende?

Spoiler


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#5 13.03.2015 00:11 Uhr

theHitman34
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Danke für die ausführliche Antwort, wirklich sehr interessant finde ich das mit den Bildern. Wusste ich so gar nicht. So sind dann aber auch immer sehr gute Bilder in top Qualität gesichert.

Ich selbst verzichte komplett auf Punkte oder Prozent weil ich daran kein Spiel festmachen möchte und mich für eine gewisse Zahl auch nur schwer entscheiden kann immer. Finde dein System so aber nicht schlecht, je weniger man an Punkten und Zahlen zur Auswahl hat umso größer ist die Spanne dann auch wie gut man es findet. So bleibt dann ein Spielraum und man zählt nicht von 1% zu 2% usw.


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#6 13.03.2015 00:52 Uhr

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Danke für die ausführliche Antwort, wirklich sehr interessant finde ich das mit den Bildern. Wusste ich so gar nicht. So sind dann aber auch immer sehr gute Bilder in top Qualität gesichert.

Bitte, kein Problem. ;)
Ja, der Sinn dahinter is' einfach "Wir wollen das unser Produkt ordentlich repräsentiert wird." und das funktioniert halt nicht mit hoch- und runterskalierten Bildern, die mehrmals komprimiert wurden, bevor sie in einer Review landen. ^_^
Bei Sony lade ich z. B. immer unkomprimierte Bilder mit einer Auflösung von min. 1920x1080 (aka FullHD) runter und skaliere sie dann auf das von mir gewünschte Format, ohne die Qualität zu mindern.

Hier im Forum sieht das z. B. so aus...
Ich nehme das im Original 1920x1080 Pixel große Bild, skaliere es auf die Maße 1100x400 Pixel, damit es zum Stil von GamesCrowd passt, und übernehme diese Bilder dann zu playm, wo sie durch die Foren-Software auf 764x278 Pixel verkleinert werden.

 

So... Genug jetzt mit den ganzen Zahlen und Technikgebrabbel. :lol:

 

Ich selbst verzichte komplett auf Punkte oder Prozent weil ich daran kein Spiel festmachen möchte und mich für eine gewisse Zahl auch nur schwer entscheiden kann immer. Finde dein System so aber nicht schlecht, je weniger man an Punkten und Zahlen zur Auswahl hat umso größer ist die Spanne dann auch wie gut man es findet. So bleibt dann ein Spielraum und man zählt nicht von 1% zu 2% usw.

Ich persönlich bin auch eher der Freund von wertungsfreien Reviews, die einfach nur die Erfahrung mit dem Titel widerspiegeln, aber viele Leute wollen halt am Ende 'ne "greifbare Zahl" sehen. Deshalb das vereinfachte System.
Wir hatten auf GamesCrowd früher noch Prozentwertungen mit etlichen verschiedenen Punkten (z. B. wurde "Sound" noch in Musik und Effekte aufgeteilt) und dann wurde es echt hart... :rolleyes:
Dann sind wir auf Schulnoten umgestiegen, bis uns aufgefallen ist "Im Grunde bekommt der Hauptteil der Spiele die gleiche Note und es ist zu leicht manipulierbar.". Also... Eine Gesamtwertung, sowie 'ne positiv/negativ-Liste und fertig.


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#7 14.03.2015 23:38 Uhr

Guest_R123Rob_*
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So, D00m_2k7

 

Dass du nicht tiefer im Punkt Story eingehst, finde ich sehr gut, da du ja schon wie oben erwähnt hast, dadurch Spoiler vermeiden möchtest. Des Weiteren gefällt mir, wie du alles so klein und kompakt hältst, ohne groß auszuschweifen, was ich mir persönlich etwas schwer vorstelle. Gefällt mir. Deine Reviews zeigen, dass weniger manchmal doch mehr ist. Kommt natürlich auch auf das Spiel an. Deine Formulierungen, deine Satzanfänge, der Aufbau usw. sind ebenfalls gut verfasst, sodass es sich toll liest.

 

Fragen im Fazit. Eine dynamische Art, womit man Leser antreibt, etwas zu der Review zu schreiben. Finde ich gut.

 

Gut, zwecks Bewertungssystem. Hier muss jeder selbst entscheiden, wie er es lieber bevorzugt, ob Punktesystem oder Prozentwerte.

 

So kann es doch weitergehen. Bitte mehr davon! :)


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#8 15.03.2015 02:04 Uhr

D00m_2k7
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So kann es doch weitergehen. Bitte mehr davon! :)

Ich werde mich bemühen. ;)

Vielen Dank!






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